Donnerstag, 13. Juli 2017

Gletschertour zur Suldenspitze (3376m)

Wenn man im Urlaub schon in Sulden residiert, muss man auch auf die Suldenspitze steigen. Außerdem wollten wir von dort einen genauen Blick auf die Königspitze werfen, die eigentlich das Highlight des Urlaubs werden sollte. Nach einigen unheimlich heißen Tagen (selbst auf 1900m) war zwar leider vorher schon klar, dass aus der Tour nichts werden würde, aber ein Blick kann ja nie schaden.


Um mal wieder Höhenmeter zu sparen, nahmen wir die erste Gondel der großen Bergbahn und starteten gegen 9 Uhr auf einer Höhe von 2610m. Die riesige Gruppe mit mehreren Bergführern verzog sich glücklicherweise zunächst zur Schaubachhütte, sodass wir uns mit lediglich ca. zehn anderen Bergsteigern Richtung Suldengletscher aufmachten. Am Gletscher angekommen seilten wir an und stiegen über die gute Spur höher. Wenig später dann die zweite glückliche Fügung: Alle anderen machten an den offenen Spalten Halt; vermutlich um die Rettungstechniken zu üben. Wir waren somit (zunächst) die einzigen, die höher stiegen, und genossen den stressfreien Weitermarsch. Einige Spaltenzonen mahnten zur erhöhten Vorsicht...



... und einige steilere Abschnitte forderten konzentriertes Steigen - vor allem, um im sulzigen Schnee kraftsparend zu treten.


Das Suldenjoch links liegen lassend, ...


... erreichten wir schließlich die Janinger Scharte. Von hier sind es nur noch einige Meter über Geröll zum höchsten Punkt, den lediglich eine Stange und ein Kanonenrest "ziert".


Wir ließen uns unsere Brotzeit schmecken und erkundeten noch kurz die nähere Umgebung - unfassbar, was die Soldaten im Ersten Weltkrieg hier durchgemacht haben müssen! Da wird einem mal wieder bewusst, wie gut es uns eigentlich geht: In einem geeinten Europa, (nahezu) ohne Grenzen, auf die Berge steigend zur eigenen Belustigung, das Leben genießend.

Stacheldraht...

... und Barackenüberreste auf deutlich über 3000m (links der Bildmitte die Casatihütte)

Verdacht bestätigt: In der Flanke der Königspitze (links, 3851m) liegt viel zu wenig Schnee. Rechts der Ortler mit schönem Blick auf den Hintergrat, den wir wenige Tage später begingen (Bericht folgt).

Nach etwa 20 Minuten brachen wir wieder auf. Der Abstieg ging schnell und problemlos. Teilweise schmunzeln mussten wir bei den beiden etwa 15 Mann bzw. Frau starken Seilschaften mit 1m-Seilabständen (sah einfach lustig aus) und beim Einzelkämpfer, der uns in der Nähe des Suldenjochs fragte, wo es denn zur Hütte ginge. Wir vermuteten, dass er die Casatihütte meinte (er konnte es uns nicht genau sagen) und rieten ihm, den etwas längeren, aber sichereren (weil ab dort mehr oder weniger ohne Spalten) Weg über die Suldenspitze. Dass dies noch knapp eine Stunde dauern würde, nahm er zwar mit wenig Begeisterung auf, hielt sich aber an unsere Empfehlung.

Rückblick zum Suldengletscher

Gegen halb zwei erreichten wir das Ende des Gletschers und weitere 30 Minuten später die Schaubachhütte (2581m), auf deren Sonnenterrasse wir uns mit Gulaschsuppe, Linzer Torte und Cappuccino verwöhnen ließen.

Schaubachhütte und Suldenspitze ganz links

Der weitere Abstieg nach Sulden ist dann leider recht unspektakulär und verläuft weitgehend auf Fahrstraßen. Sehenswert ist lediglich der große Wasserfall, den man auf einer kleinen Hängebrücke überqueren kann.


  • Tourdatum: Freitag, 07.07.2017
  • Zeitbedarf: Knapp 3 Stunden für den Aufstieg, gut 1,5 für den Abstieg (bis zur Schaubachhütte)
  • Höhenmeter: Gut 750 bergauf, gut 1500 bergab

Kommentare:

  1. Bin schon ganz gespannt auf den Bericht vom Ortler. Aber auch das sind schon tolle Bilder.

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  2. Da habt Ihr ja ganz schön losgelegt in Eurem Südtirol-Urlaub! Glückwunsch zu (mindestens) vier tollen Dreitausendern!

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