Freitag, 12. September 2014

Alpinwoche 2014: Schneespitze (3178m)

Am dritten Tag unserer Alpinwoche sollte es endlich ein Ganztagesschönwetterfenster geben, das wir natürlich entsprechend nutzen wollten! Da noch eine Übernachtung auf der Magdeburger Hütte eingeplant war, gingen wir mit leichtem Gepäck die Besteigung der Schneespitze, einem 3000er mit Gletscherrest, an.


Auf den ersten Schnee trafen wir bereits kurz hinter der Hütte. Dieser machte sich jedoch vor dem lang herbei gesehnten blauen Himmel sehr gut, außerdem war der Weg dank ausreichender Markierungen problemlos zu finden. Sehr fotogen präsentierte sich auch der kleine Gletschersee, an dem wir nach etwa einer Stunde Gehzeit vorbeikamen.


Hier stiegen wir auf die Gletschermoräne und konnten nach weiteren vierzig Minuten schließlich den Beginn des unteren großen Schneefeldes sehen. Wir gönnten uns eine kleine Pause und inspizierten den Weiterweg (siehe Bild unten): Gefühlsmäßig wäre ich rechts eine der beiden Schneerinnen hinaufgestiegen und dann nach links abgebogen. Markierungen führten allerdings die Schnee-/Felsrinne am linken Bildrand hinauf, also holten wir die Pickel raus und stapften los.


Schnell wurde es wieder flacher, doch die nächste Hürde stand uns schon bald bevor: Zwar führten Markierungen nach links unterhalb des nächsten steilen Schneefeldes hinauf, auf der rechten Seite waren jedoch deutlich einige Steinmänner zu sehen. Aufgrund der Geländesteilheit und der uns umgebenden Wolken konnten wir nicht erkennen, wo sich der Gipfel befand, daher beschlossen wir, sicherheitshalber den Markierungen zu folgen. Dies stellte sich als nicht so einfach heraus, da wir schneebedeckte Platten queren mussten, die Vorsicht bei jedem Schritt erforderten. Auch die reinen Schneefelder waren so steil, dass ich ohne Pickel nicht weitergegangen wäre. Das untere Bild vermittelt die Steilheit zumindest ein wenig.


Nach einigen flacheren Passagen kam dann endlich das Gipfelkreuz in Sicht.


Leider war die Aussicht wegen der Wolken ein wenig eingeschränkt, doch wir genossen die sonnige Gipfelrast nach den Regentagen so oder so in vollen Zügen.




Bald mussten wir uns aber auch wieder Gedanken um den Abstieg machen. Ich denke, keiner von uns hatte Lust, die steilen Felsen unseres Aufstiegs hinunterzugehen. Wir beschlossen daher, uns erst einmal links zu halten, um so vielleicht zu den Steinmännern zu gelangen. Unterwegs kamen wir mit einer Grupper junger Männer ins Gespräch, die den Weg bereits hoch gekommen waren und meinten, der Abstieg sei dort kein Problem.


Eindrucksvoll zeigte sich währenddessen das steile Schneefeld mit unserem Aufstiegsweg:


Ich kann hier nur zu einem Aufstieg über den Steinmännerweg raten - zumindest nach Neuschnee! Der gesamte Grat besteht zwar aus locker aufeinandergeschichteten Blöcken, doch besteht so gut wie nie ernsthafte Absturzgefahr.


So genossen wir die Kraxelei und kamen nach einer erdigen Querung wieder auf den Aufstiegsweg. Der Rest des hochalpinen Abstiegs bestand dann im Grunde aus einer "Abfahrt" über den Schnee, wobei ich mir teilweise meine Skier arg herbeiwünschte :)



Das Gelände hinter dem Gletscher präsentierte sich nun um einiges sommerlicher - und vor allem grüner, da der Schnee über Tag weggeschmolzen war.


Wir gönnten uns noch einige Minuten Dösen auf den warmen Platten oberhalb der Hütte, bevor es dort die verdiente Suppe gab und wir zum gemütlichen Teil des Tages übergingen.


Beim Abendspaziergang zeigte sich das Pflerschtal noch einmal von seiner romantischen Seite:


Da der folgende Tag wieder relativ gutes Wetter versprach, freuten wir uns auf den Übergang zur Bremer Hütte. Hier hätten wir keine Ausweichmöglichkeit übers Tal gehabt, doch es kam wettermäßig sowieso ganz anders als erwartet...

Kommentare:

  1. Wow, wirklich toll Fotos & tolle Tour! Da liegt doch einiges an Schnee auf der Höhe! Die Südtiroler Alpen sind sooo schön!

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  2. Hallo Daniel, danke für deinen Kommentar! Es hatte ja den Tag zuvor fast durchgehend geschneit und der "Gletscher" ist natürlich immer da. Am nächsten Tag waren wir wieder auf 3000m Höhe, da war vom Neuschnee schon nichts mehr übrig...

    Stimmt, nach Südtirol komme ich auch immer wieder gerne!

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