Sonntag, 26. Januar 2014

Meine zweite Skitour - Diesmal nur ganz knapp am Gipfel vorbei

Nachdem ich am vergangenen Wochenende Samstag und Sonntag jeweils viele Stunden mit Skilehrer (Freisinger Skischule) auf der Piste verbracht hatte und mich am Ende meines Erachtens gar nicht mal schlecht angestellt hatte, sollte es am gestrigen Tag wieder mit den Skiern in die Berge gehen. Mit der Scheinbergspitze (1926m) hatten wir uns eine leichte Skitour mit alpinem Finale herausgesucht. Leider bewahrheitete sich die Angabe einer Tourenbeschreibung ("nur bei hoher Schneelage empfehlenswert"), und ich musste während des Waldaufstieges
teilweise zu Fuß gehen, da die Felle aufgrund der vielen herausschauenden Wurzeln und Sträucher nicht richtig hafteten. Dass ich dort nicht würde abfahren können, war mir ebenfalls sofort klar. Irgendwann lichtete sich der Wald dann endlich und wir konnten unser Ziel erkennen - zumindest fast, denn der Gipfel der Scheinbergspitze war in Wolken gehüllt. Der Schnee wurde naturgemäß auch immer mehr, wobei der frische Pulver den Aufstieg nicht unbedingt erleichterte, jedoch umso mehr Vorfreude auf die Abfahrt aufkommen ließ.

Kurz unterhalb des Grates deponierten wir dann Skier und Schneeschuhe und gingen zu Fuß weiter. Gleich zu Beginn war das Gelände anspruchsvoll: Lockerer Neuschnee auf steilem, felsigem Untergrund, der ebenfalls nicht immer fest war. Bei gutem Trittschnee wäre dieses Stück noch relativ einfach gewesen, da man sich nicht direkt am Grat bewegt, sondern rechts davon in der Flanke. Weiter
oben wechselt man dann direkt auf den Grat, wobei hier auf Wechten geachtet werden sollte. In unserem Fall wurde es nun immer felsiger, und obwohl das Gipfelkreuz zum Greifen nah war, drehten wir circa zwanzig Meter vorher um. Vor uns lag eine extrem heikle Stelle, bei der man sich um einen abdrängenden Felsen herumhangeln hätte müssen - ohne einen ordentlichen Griff und mit gähnendem Abgrund auf der anderen Seite. Zu allem Überfluss konnte man nicht genau sehen, ob der Untergrund nicht doch vereist oder zumindest sehr rutschig gewesen wäre, und ich hatte in den Skischuhen einfach nicht die nötige Sicherheit wie in meinen vertrauten Bergstiefeln. Auch wenn es schwerfiel, traten
wir also den Rückzug an. Hierfür wären Steigeisen recht angenehm gewesen, doch hatte ich diese aus Platzgründen zuhause gelassen. Ein Pickel hätte ebefalls in der einen oder anderen Situation für mehr Sicherheit gesorgt; auch dieser lag daheim. So blieb uns nichts anderes übrig als uns vorsichtig herunter zu tasten, indem wir versuchten, unter dem Schnee versteckte Trittmöglichkeiten zu finden. Mit der nötigen Ruhe und Umsicht war dies am Ende kein Problem und wir kamen sicher wieder am Skidepot an.

Die Abfahrt klappte dann leider nicht ganz so gut wie ich es mir erhofft hätte... Tiefschneefahren ist eben doch etwas anderes als eine gewalzte Piste herunter zu düsen! Der Vorteil ist natürlich, dass man weicher fällt - und obwohl ich dies einige Male "ausprobierte", machte das Gleiten durch den Pulverschnee unheimlich viel Spaß. Im Wald war dann Tragen
angesagt, auf der Forststraße konnte ich wieder fahren, auch wenn ich aufgrund der geringen Schneelage unfreiwillig ein paar Steine mitnahm. Fazit: Wäre ich mit Schneeschuhen gegangen, hätte ich am Gipfelgrat mehr Kraft und geeigneteres Schuhwerk gehabt und vielleicht sogar den Gipfel erreicht. Ich wollte jedoch das Skifahren üben, damit ich demnächst auch tief verschneite Hänge souverän meistere. Man kann eben nicht alles haben. Doch die Hauptsache ist ja, dass man eine gute Zeit hat - und die hatte ich auf jeden Fall!

  • Lawinenlage: Unterhalb 1600m gering (1), oberhalb 1600m erheblich (3)
  • Zeitbedarf: 6 Stunden mit wenigen Pausen
  • Höhenmeter: knapp 1000 im Auf- und Abstieg 
  • Stefans Bericht gibt es hier.

Dienstag, 7. Januar 2014

Winterwandern auf den Fockenstein

Anfang Januar 2014: Selbst nach einem Tag mit Neuschneefällen ist lediglich Lawinenwarnstufe 1 für die Bayerischen Voralpen ausgegeben. Trifft sich gut, denn ich hatte für die Tour am gestrigen Tag keine Gelegenheit, mir ein LVS-Gerät zu leihen. Doch aufgrund verschiedener Berichte und Informationsquellen war ich der Meinung, dass man eine Tour auf den Fockenstein (1564m) auch ohne Lawinenausrüstung verantworten könnte. Und wenn es vor Ort doch allzu schlimm ausgesehen hätte, wäre der Tag mit einer Einkehr in der Aueralm auch kein verlorener gewesen. Natürlich gab es dort später noch super leckeren Mandarinen-Johannisbeer-Kuchen, aber wir haben es auch auf den Gipfel "geschafft".
Stellenweise sanken wir zwar durch den Harschdeckel bis zu den Knien im Schnee ein, insgesamt lag aber streckenweise so wenig der weißen Pracht, dass das Gras herausschaute und man daher gut ohne Schneeschuhe voran kam. Bei sonnigem Wetter und klarer Luft genossen wir die Aussicht vom höchsten Punkt, die für einen so niedrigen Gipfel wirklich nicht schlecht ist. Schade fand ich, dass viele Wanderer auch über den Sommerweg (Ostrücken), im Winter ein Wildschongebiet, aufstiegen. Von oben konnte man ein Schild mit einem entsprechenden Hinweis erkennen, und so fragten wir uns, ob unten keines steht oder ob die Leute einfach trotzdem stur den Spuren folgen. Und bei dem massenhaften Andrang haben die Tiere sicher
kaum eine ruhige Minute... Während des Abstiegs durch die Südostflanke kam dann noch ein wenig Expeditionsfeeling auf, da selbst steilere Stellen durch den tollen Trittschnee mithilfe der "Fersen voraus-Technik" wunderbar begehbar waren und man sich auch bergauf mit den Schuhspitzen bequeme Tritte hauen konnte - ein wenig Vorstellungskraft, und man befindet sich mitten in einer 400m-Steilwand auf 3500m :)

Mittwoch, 1. Januar 2014

Frohes neues Jahr!

Möge 2014 viele schöne Gipfelerlebnisse für uns bereithalten - mit allzeit glücklicher und gesunder Heimkehr, denn das ist doch im Endeffekt das Wichtigste!