Donnerstag, 31. Oktober 2013

Rauhkopf, Aiplspitz und Jägerkamp

Einsamkeit sollte man freilich nicht erwarten, wenn man bei Kaiserwetter Ende Oktober an einem Samstag mit der BOB um 10:10 Uhr von München in die Bayerischen Berge fährt, das war mir schon klar. Grundsätzlich macht mir Geselligkeit ja auch nichts aus, aber die Menschenmassen an der Aiplspitz und besonders die lärmenden jungen Menschen auf dem Jägerkamp waren wirklich zuviel des Guten. Die nächste Bergtour geht daher definitiv wieder auf einen einsameren Gipfel!

Ein paar schöne Bilder gibts trotzdem...

Am Gipfel der Aiplspitz

Blick Richtung Bayrischzell

Abstieg über den Ostgrat

Risserkogel und Blankenstein mit der dahinterliegenden Zugspitze

Hinter den Ruchenköpfen lugen die Hohen Tauern hervor

Schliersee und Alpenvorland

Sonntag, 20. Oktober 2013

Brecherspitz - Endlich mit Hauptgipfel

Nachdem ich bereits zweimal auf dem Vorgipfel der Brecherspitz war (einmal im Sommer und einmal im Winter), war am gestrigen Tag genug Zeit bzw. kein Schnee vorhanden, sodass ich endlich auch diesen Klassiker der Bayerischen Voralpen-Berge "abhaken" kann. Den Berg zu besteigen, lediglich um oben gewesen zu sein, wäre allerdings viel zu schade, denn das Panorama kann sich wirklich sehen lassen. Startet man darüber hinaus vom Spitzingsattel (RVO-Bus von Schliersee), hat man nur knapp 600 Höhenmeter zu überwinden. Bis auf ein kurzes Stück am Grat weist die Wanderung zudem keine Schwierigkeiten auf, sodass an einem Traumwetter-Tag wie gestern am Gipfel natürlich auch die Hölle los ist... Fast zwei Stunden hielten wir es dort oben trotzdem aus, denn die Sonne und der Ausblick in die Bayerischen Voralpen, zum
Karwendel, Wetterstein und dem Alpenhauptkamm in der Ferne war einfach umwerfend schön! Als Krönung gab es dann noch den leckeren Kaiserschmarrn der Oberen Firstalm und einen etwas ruhigeren Abstieg durch das Dürnbachtal nach Fischhausen-Neuhaus.


Samstag, 5. Oktober 2013

Über unmarkierte Wege auf den Schellkopf (1832m)


Pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit versprach der Wetterbericht Sonne pur in den Nordalpen, und so ging es auf den Schellkopf (1832m)
in den Ammergauer Alpen. Einen markierten Weg bis ganz oben gibt es nicht, trotzdem ist der Gipfel unschwierig zu erreichen. Vom Parkplatz in Griesen (816m) geht es erst über eine breite Forststraße, dann in den idyllischen Herbstwald hinein (der Beschilderung "Schellschlicht" folgend) und über eine Klammbrücke zur Schellalm (1479m). Dort genossen wir eine sonnige Rast mit wunderbarem Zugspitzblick. Schon hier fiel der Aufbruch schwer, doch wir
wussten ja, dass die Aussicht am Gipfel noch schöner werden würde. Und auch der weitere Anstieg ist sehr reizvoll. Noch immer markiert und an einer kurzen Stelle sogar versichert führt der Wanderweg zum Hohen Brand (1764m). Bald darauf verlässt man den Weg Nr. 251 nach links auf einen deutlich sichtbaren, aber nicht
beschilderten Pfad. Nach einer Querung geht es dann erstmal wieder bergab zu einem schwach ausgeprägten Joch. Der Weg
von dort ist dann trotz nur sehr spärlich vorhandenen Steigspuren einfach zu finden. Am Gipfel wird man schließlich von einem hübschen kleinen Gipfelkreuz und einem beeindruckenden Panorama empfangen. Neben den Tannheimer Bergen im Westen und den markanten Gipfeln von Hochvogel und Säuling beeindrucken natürlich vor allem das Wettersteinmassiv, das westliche

Karwendel und die umliegenden Ammergauer Berge, allen voran die Geierköpfe und die Kreuzspitze. Dank der kräftigen Sonne ließ es sich gut aushalten und so verbrachten wir fast anderthalb Stunden am Gipfel. Für den Abstieg wollten wir dann einen anderen Weg nehmen und entschieden wir uns daher für einen schmalen unmarkierten Jägersteig, dessen Verlauf wir teilweise von oben ausgemacht hatten. Der Steig führt ohne Gegenanstieg, aber zum teil steile Hänge im lichten Wald

querend zur Schellalm - ein Hauch von Abenteuer, vor allem, weil der Steig auf unseren Karten nicht eingezeichnet war und wir nur hoffen konnten, dass er nicht einfach mitten im Wald enden würde. Von der Alm folgten wir dann dem Aufstiegsweg zurück zum Auto.

  • Zeitbedarf: 7,5 Stunden mit vielen und langen Pausen
  • Höhenmeter: Gut 1000 plus Gegenanstieg kurz vor dem Gipfel; bergab sind es dann nur die 1000
  • Stefan hat über die Tour hier berichtet

Dienstag, 1. Oktober 2013

Treffauer und Tuxeck: Eine großartige Überschreitung im Wilden Kaiser

Wenn man ursprünglich geplant hatte, den Großglockner zu besteigen, bekommt natürlich jede Alternativtour zunächst einen leicht faden Beigeschmack. Doch die Wettervorhersage war uns für den höchsten Berg Österreichs einfach zu unsicher, und so entschieden wir uns, in den Wilden Kaiser zu fahren, um dort den Treffauer (2304m) und das Tuxeck (2226m) zu überschreiten.

Nach einer langen Anfahrt und einmal Verfahren in Scheffau starteten wir um 10 Uhr am Parkplatz des Jägerwirts (940m). Bis zur Wegscheid-Hochalm ist der Aufstieg wenig reizvoll, lag vergangenen Samstag vormittag aber sowieso im Nebel. Wenig später stiegen wir dann endlich aus der Nebelsuppe empor und der Sonne entgegen - es ist doch immer wieder schön, wenn der Himmel mit jedem Schritt blauer und die Umgebung klarer wird! Nach Verlassen des Schneekars beginnt dann der anspruchsvollere Teil des Aufstiegs.
Zunächst seilgesichert, später durch steile Schrofen (aber immer gut markiert) geht es bis zu einem grünen Grasbuckel, von dem ein teils recht ausgesetzter Höhenweg, welcher sogar immer wieder Bohrhaken aufweist,
zum Treffauer führt. Die Haken seien für Winterbegehungen, erklärte uns jemand am Gipfel - für mich eine ziemlich gruselige Vorstellung, den Weg bei Schnee gehen zu müssen... Das Panorama ist dann der Erwartung entsprechend wunderschön. Auch wenn die Fernsicht etwas getrübt ist, beeindrucken die Einblicke in die steilen Kaiserwände umso mehr!


Links Sonneck, hinten der Zahme Kaiser

Ellmauer Halt (links) und Ackerlspitze (rechts)


Nach einer recht kurzen Pause aufgrund der fortgeschrittenen Zeit (14:30 Uhr) nahmen wir den Weiterweg zum Tuxeck in Angriff. Dieser führt wieder
durch die steile Flanke des Bergstocks; wieder ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unerlässlich (Bild links). Für die letzten Meter zum Gipfel benötigt man außerdem eine Portion Klettergeschick und vor allem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten: Es geht circa zehn Meter senkrecht nach oben (Bild rechts). Zwar ist die Stelle mit einigen Eisenkrampen versehen, doch im zweiten bzw. unteren
dritten Grad bewegt man sich trotzdem. Ich empfand das Klettern allerdings einfacher als das am Blankenstein, wobei dies auch daran liegen könnte, dass ich einfach sicherer geworden bin. Für den Abstieg wählten wir den markierten Weg Nr. 826 durch die Westflanke des Tuxecks. Auch hier durchquert man steile Schrofen, die zum Teil mit viel losem Geröll bedeckt sind. Da sich abzeichnete, dass wir durch eine immer schmaler werdende Rinne hinabsteigen würden, setzten wir vorsichtshalber die Helme auf, da sich herabfallende
Steine in solchen Engstellen wie in einem Trichter sammeln. Kurz vor der Schlüsselstelle (eine senkrechte, mit einem Seil gesicherte Steilstufe; Bild links) passierte es dann. Ich fotografierte die Stelle gerade von oben, als wir das
charakteristische Klacken herabstürzender Steine vernahmen. Instinktiv drückte ich mich gegen die Wand und hoffte, dass ich nicht getroffen werden würde. Glücklicherweise sausten die tennisballgroßen Steine an mir vorbei; mein Begleiter Stefan fand unter dem leichten Überhang der Steilstufe Schutz. Nachdem wir sicher waren, dass zumindest für den Moment nichts mehr folgen würde, setzten wir den
Abstieg fort. Gleich nach der Schlüsselstelle zieht der Pfad nach links weg und entfernt sich von der steinschlaggefährdeten Rinne. Es folgen Latschengassen, bis man im lichten Wald den Adlerweg erreicht. Dieser trifft nach kurzer Zeit auf den Aufstiegsweg unterhalb der Kletterwände an der Westseite des Treffauer. Über die Wegscheidalmen gelangt man schließlich wieder zum Parkplatz.

Die wunderschöne Abendstimmung war dann der gelungene Abschluss einer langen und anspruchsvollen Tour durch den Wilden Kaiser, der hier seinem Namen alle Ehre macht. Die Mitnahme eines Helms ist für die Runde unbedingt anzuraten! Wer sich den finalen Aufstieg zum Tuxeck nicht zutraut, kann diesen einfach auslassen und aus der Scharte direkt absteigen.

  • Zeitbedarf: Gut 9 Stunden inkl. Pausen
  • Höhenmeter: Etwa 1400 sowohl im Auf- als auch im Abstieg
  • Bericht von Stefan >> hier <<