Mittwoch, 17. April 2013

Der Frühling ist da!

Obwohl wir bereits Mitte April haben, kann man die Tour von letztem Sonntag wohl als allererste Frühlingswanderung des Jahres 2013 bezeichnen - wohlgemerkt noch mit einer Menge Schnee. Als Ziel hatten wir uns den Heimgarten (1790m), einen zu jeder Jahreszeit gut besuchten Berg, ausgesucht. Schon auf der morgendlichen Fahrt von München nach Ohlstadt steigerte sich die Vorfreude mit jedem Kilometer, den sich der Zug nach Süden bewegte: Schneebedeckte Berge ringsherum und mitten drin die imposante Zugspitze! Los gings dann erstmal recht steil durch Wald und mit nur kleinen Schneefeldern am Rand. Wir
witzelten schon darüber, dass wir die Schneeschuhe wohl umsonst mitgenommen hatten, bis uns jemand mit Skiern am Rucksack entgegenkam. Bei genauerem Hinsehen entpuppten sich diese allerdings als Langlaufski, wobei wir uns fragten, was man damit auf einem Berg macht. Je höher wir stiegen, desto weißer wurde es, und schließlich
beschlossen wir, mit Schneeschuhen weiterzugehen, da wir im nassen Altschnee doch ziemlich einsanken. Gleichzeitig war es unglaublich warm, sodass ich in hochgekrempelter Hose und T-Shirt herumstapfte. Endlich am Rauheck angekommen konnten wir dann auch die tolle Aussicht in der klaren
Luft genießen: Sowohl in südlicher, berglastiger Richtung als auch Richtung Norden nach München. Während wir bis hierher allein gewesen waren, nahm die Zahl der Wanderer ab dem Verbindungsgrat vom Rauheck zum Heimgarten (Bild unten) schlagartig zu.
Die meisten gehen wohl doch den direkteren Weg über die Bärenfleckhütte, welchen wir als unseren Abstiegsweg ausgesucht hatten. Ich kann beide Routen empfehlen, wobei ich jetzt gar nicht sagen kann, welche Richtung besser ist. Ich denke, unsere Wahl ist vielleicht die etwas bessere, da man beim Abstieg in der Nordflanke zwischen den beiden Gipfeln im steilen Schnee sehr viel Spaß
mit Abfahren haben kann - vorausgesetzt, die Lawinensituation ist nicht zu kritisch, dann geht man besser den Weg über die Wankalm zurück. Vor dem Abstieg stand aber zunächst noch der Heimgarten auf dem Programm, den wir über den teils verwechteten Grat erreichten. Auch am Gipfel selbst sollte man unbedingt
auf bodenlosen Schnee achten! (Auf dem Bild links erkennt man die Wechte unterhalb des Kreuzes.) Für den noch etwas ausgesetzteren Grat zu Herzogstand (Bild rechts) war leider nicht mehr genug Zeit vorhanden, was mich ein wenig traurig stimmte, da er gut machbar aussah. Die umwerfende Aussicht und der strahlend blaue Himmel entschädigten jedoch und ließen trübe Gedanken sofort verschwinden. Wäre der Wind nicht gewesen, hätte man es gut in kurzer Hose und T-Shirt aushalten können, vor einer Woche noch undenkbar! Ums Kreuz gab es außerdem einige schneefreie Felsen, sodass man es sich richtig gemütlich machen konnte. Erst um kurz vor vier machten wir
uns an den 1200 Höhenmeter betragenden Abstieg, welchen wir in etwa anderthalb Stunden bewältigten. Dabei war ich dann wieder um meinen Softshellhose froh, denn wir landeten nicht nur einmal auf dem Hosenboden. Die Schneeschuhe blieben übrigens am Rucksack, wirklich gebraucht hätten wir sie auf der gesamten Tour nicht. Es war im Aufstieg aber sicher angenehmer, und allein die verwirrten Blicke bei über 20°C in Ohlstadt am Nachmittag waren es wert ;)


Mein Mitwanderer Stefan hat die Tour auf hikr.org ebenfalls beschrieben.

Montag, 8. April 2013

Nebel, Spinatknödel und Rodelspaß

Trotz schlechter Wettervorhersage machten wir uns gestern auf den Weg zum Rotwandhaus. Im Wissen, dass uns dort eine gemütliche Hütteneinkehr erwartete, war dann auch der graue Himmel und der immer dichter werdende Nebel kein Problem. Schade allerdings war, dass wir nicht zum Gipfel der Rotwand gehen konnten - viel zu gefährlich, wenn man nur höchstens zehn Meter weit sehen kann. Die Hütte war trotzdem sehr gut besucht, die Hüttencrew super aufgelegt und das Essen wie beim letzten Mal hervorragend. Zum krönenden Abschluss ging es dann mit geliehenem Rodel (4€ im Rotwandhaus) circa 530 Höhenmeter wieder bergab zum Spitzingsee. Ein Mordsspaß, vor allem bei den guten Bedingungen auf der Rodelbahn!

Welchen Monat haben wir nochmal? Januar?

Gefunden!

Also wenn man da nicht Hunger und Durst bekommt...

Achtung, hier kommen wir :)

Montag, 1. April 2013

Sonnige Kurztour zum Brecherspitz-Westgipfel

Den ersten Test haben meine ersten eigenen Schneeschuhe mit Bravour bestanden! Zugegeben, die Teststrecke zum Brecherspitz-Westgipfel (1630m) am Spitzingsee ist nicht unbedingt die anspruchsvollste Tour. Doch dadurch, dass es Tage zuvor zwar kalt, aber auch sonnig war, war der Schnee nahezu perfekt - hart gefrorener Harsch am bereits total zerfahrenen Südwesthang der Brecherspitz und weicher Pulver beim Abstieg Richtung Dürnbachtal. Somit konnten die Schneeschuhe in beiden Schneearten zeigen, was in ihnen steckt. Kurz gesagt: Ich kann die Tubbs Flex Alp 22 wirklich uneingeschränkt empfehlen. Genauso wie den Kaiserschmarrn der Oberen Firstalm, auf deren Terrasse wir uns sicherlich eine Stunde lang die Sonne ins Gesicht scheinen ließen. Einfach wunderbar!

Die Tour selbst ist recht kurz und gut in einem halben Tag zu machen, wenn man am Spitzingsattel startet. Bis zur Oberen Firstalm geht es über eine Rodelbahn, danach sind in der Regel Schneeschuhe nötig. Als wir unterwegs waren (Samstag, 23. März) hätten es auch Grödeln getan. Runter nach Fischhausen durchs Tal westlich der Brecherspitz benötigt man dann auf jeden Fall Schneeschuhe, da der Weg nicht so stark frequentiert ist. Trotzdem - oder gerade deswegen - kann ich diesen Abstieg unbedingt empfehlen. Er ist
gemütlich und anfängerfreundlich flach und führt zunächst durch eine Waldschneise, dann über freie Fläche (Bild rechts) und zuletzt wieder durch Wald direkt in den Ort und zum Bus- und BOB-Bahnhof Fischhausen-Neuhaus.

Eigentlich war mein Plan ja, bis zum Hauptgipfel der Brecherspitz gehen. Dafür hatte ich sogar Steigeisen und Pickel dabei, doch der sehr steile Südhang sah mir dann zu lawinengefährdet aus. An einer Stelle ziemlich am Anfang blitzte bereits das nasse Gras durch, und wenn ich meinen Fuß nur einmal falsch gesetzt hätte, wäre die ganze Schneedecke wahrscheinlich mit mir ins Tal gesaust. Auf der anderen Seite des Grates war der Schnee dagegen noch so hoch geschichtet, dass man nicht erkennen konnte, wo Fels darunter war oder nur Latschen bzw. gar nichts mehr. Aber vielleicht klappt es in den nächsten Wochen ja noch!

Ausblick vom Gipfel: Risserkogel (links) und Blankenstein in weißem Gewand

Der Grat zum Hauptgipfel: Die oben beschriebene Stelle befindet sich fast direkt nach Ende des Stahlseils

Blick zum Westgipfel beim Abstieg