Donnerstag, 28. Juni 2012

IIer- (oder eher IIIer-?) Tour auf den Blankenstein



Letzten Samstag stand endlich etwas auf dem Programm, mit dem ich schon länger geliebäugelt hatte: Alpines Klettern im II. Grad! Wenn eine Tour ein paar Kraxelstellen hat, bin ich ja schon glücklich. Auch Stellen im I. Schwierigkeitsgrad sind kein Problem. Ein IIer ist da aber schon etwas anderes, muss ich sagen. Zunächst ging es jedoch von der Kistenwinterstube (mit dem Bus von Tegernsee aus erreichbar) durch sehr schönes Gelände, erst Wald, dann Wiesen, zum Sattel (1690) zwischen Blankenstein (1768) und Risserkogel
(1826). Während man den Blankenstein an sich schon länger im Blick hat, sieht man die Einstiegsrinne wirklich erst, wenn man vom Sattel noch etwas nach oben kraxelt. Guten Mutes und voll motiviert ging ich an die Sache ran, dachte wenige Meter später jedoch schon wieder ans Aufgeben, da ich mit den Bergstiefeln zunächst keine vertrauenswürdigen Tritte fand. Mit Stützen und Stemmen konnte ich die Stelle dann aber doch überwinden und befand mich schon bald am oberen Ende der etwa 20m hohen ersten Rinne. Nach einem kurzen Stück Gehgelände erreichte ich den Vorgipfel. Dort erklärte mir ein netter Kletterer den weiteren Verlauf der Route und versicherte mir, dass ich das Schwierigste bereits hinter mir hätte. Da
ich auch das Gipfelkreuz bereits sehen konnte, stieg ich in die zweite, etwas niedrigere Rinne ein. Diese ist jedoch senkrechter und an einer Stelle wird man von einem großen Stein förmlich von der Wand weggedrückt. Wieder war ich kurz davor umzudrehen. Hier half mir dann aber meine Erfahrung aus der Kletterhalle weiter - nicht nur aus
klettertechnischer Sicht, sondern auch mit der Einsicht, dass man manchmal nicht sofort aufgeben sollte, sondern sich das Problem genau ansehen und einen weiteren Versuch (mit anderen Tritten und Griffen) starten sollte. So stand ich dann doch um kurz vor eins stolz am einsamen Gipfel. Nachdem ich mich ins Gipfelbuch eingetragen hatte, nahm ich den Abstieg in Angriff, was viel besser klappte als ich erwartet hätte. Jetzt fühle ich mich wirklich gut vorbereitet und kann es kaum noch erwarten, Südtirols höchstem Berg in drei Wochen aufs Haupt zu steigen!




Der Gipfel des Risserkogel


Blick zurück auf den Westgrat des Risserkogel und den Blankenstein


Nachtrag (August 2012) zur Kletterschwierigkeit: Verglichen mit der Kletterei am Ortler, die ebenfalls mit II bis III- angegeben wird, ist jene am Blankenstein meiner Meinung nach eher eine glatte III.

Nachtrag nach erneuter Besteigung im April 2015: Wählt man zum Schluss nicht die Variante durch den Kamin mit dem Klemmblock, bewegt sich die Kletterei nur im zweiten Grad.

Sonntag, 17. Juni 2012

Überschreitung Aiplspitz und Jägerkamp

Wer hätte gedacht, dass es so schnell geht? Am Ende meines letzten Beitrags noch erwähnt, stand die Aiplspitz (1759m) für den gestrigen Tag als Gipfelziel fest! Bei Bombenwetter startete ich am Bahnhof von Geitau (erstes Hindernis: Durchquerung einer Weide mit Schild "angreifende Kühe") zunächst zur Geitauer Alm, die ich nach 550 Höhenmeter und einer Stunde Gehzeit erreichte (siehe Bild, in der Mitte die Aiplspitz und von recht kommend der Nordgrat). Dort gabs dann die erste Stärkung mit Blick auf den Wendelstein. Der weitere Anstieg bis zum Sattel war vor allem im letzten Teil steil und von vielen Kieselsteinen recht rutschig, stellte aber kein Problem dar. Im Gegensatz zum Wegstück bis zur Alm wehnte nun außerdem glücklicherweise eine leichte Brise, denn der mittlerweile brennenden Sonne sollte ich noch lange Zeit ausgesetzt sein. Am Einstieg des
Nordgrats begrüßte mich ein Schild mit der Aufschrift "Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich", was freudige Erwartung weckte, die nicht enttäuscht wurde! Bis zum Gipfel kraxelt man von hier aus etwa dreißig Minuten über kleine und größere Felsen und muss des öfteren auch mal die Hände benutzen. Gleichzeitig ist der Grat aber so gut wie nie wirklich
exponiert. Lustig war auch die Begegnung mit drei Schafen, die es sich auf einem Felsvorsprung gemütlich gemacht hatten. Während ich sie fotografierte, stand eines auf, kam in meine Richtung und fing an, meine Beine abzulecken. Ob ihm (oder ihr) der Schweiß oder die Sonnencreme so gut schmeckte, konnte ich leider nicht herausfinden... Oben erwartete mich schließlich (erwartungsgemäß) ein tolles Panorama! Auf dem Bild sieht man neben dem markanten Risserkogel in
der oberen Bildmitte auch meine folgende Route: über den Westgrat (links) hinunter, das kleine Schneefeld querend, dann nach rechts nicht sichtbar an der im Schatten liegenden Benzingspitz vorbei auf den Jägerkamp (1746m), den man rechts inklusive der letzten paar Meter Aufstiegsweg erkennen kann. Auch von dort konnte ich eine tolle Rundumsicht und eine weitere Brotzeit genießen, bevor ich den Abstieg zur Jägerbauernalm, anschließend durch Wald und schließlich noch schier endlos durch den Schlierseer Ortsteil Neuhaus zum Bahnhof antrat. Auf dem unteren Bild ist die Alm, der Schliersee und darunter Neuhaus zu sehen. Der Abstieg dauerte zwei Stunden.

Insgesamt wars eine wirklich tolle Tour, die ich auch nochmal gehen würde, dann jedoch mit Abstieg zum Spitzingsattel (eventuell über die Schönfeldhütte), da sich der Weg zum Bahnhof Neuhaus wirklich hinzieht. Vielleicht war ich aber auch am Ende von der Hitze einfach so geschafft, dass mir der letzte Teil so lang vorkam. Bis auf wenige Stellen (und nachher im Wald länger) war von Schatten nämlich keine Spur, sodass ich das erste Mal auf einer Tour meine zwei Liter Flüssigkeit komplett ausgetrunken hatte - ohne zwischendurch auf die Toilette zu müssen. Die später aufkommenden Kopfschmerzen bestätigten außerdem die Vermutung, dass ich mehr hätte trinken müssen. Das nächste Mal werde ich noch mehr mitnehmen oder doch eine Hütteneinkehr einplanen!

Auch ein Ziel: Der Schinder mit seinem berühmten Kar

Montag, 11. Juni 2012

Höhenwanderung am Spitzingsee

Auch wenn die vielen Liftanlagen und Schneisen in den Wäldern mich zunächst abschreckten, stand letzten Samstag nun doch die Erkundung des Münchner Hausskigebiets auf dem Plan - dem Spitzingsee.
Da das Wetter nicht allzu toll werden sollte, bot sich diese Wanderung vom Taubensteinhaus über den Taubenstein (1693m) und die Rotwand (1884m) zum Rotwandhaus an. Der erste Gipfel war schnell erklommen, die Sicht eher nicht so berauschend. Den Abstieg gestaltete das Wetter ein wenig spannend, da die leichte Kraxelei auf dem nassen Stein meine Konzentration forderte und meinen noch nicht warmgelaufenen Beinen (wir waren gerade einmal fünfzehn Minuten unterwegs) Zittern bescherte. Weiter gings dann landschaftlich recht schön bis zu einer Scharte, von der aus man zum Rotwandhaus wieder ab-, zur Rotwand
selbst noch ein wenig aufsteigen muss. Trotz (oder gerade wegen? ;) ) eines Schildes, welches für den Weg zur Rotwand aufgrund von Lawinenabgängen das Tragen von Bergschuhen und Bergerfahrung forderte, entschied ich mich dafür, diesen weiteren Gipfel anzugehen. Die beiden Schneefelder waren dank Spuren schnell überwunden, und auch der darauf
folgende, weglose Anstieg stellte kein Problem dar, sodass ich von oben einen wunderbaren Blick auf die steilen Nebengipfel der Rotwand (siehe Bild oben) und das nächste Ziel, das Rotwandhaus genießen konnte. Nach einem kurzen Abstieg über rutschigen Lehm hieß uns das nette Personal des Gasthauses willkommen und servierte uns die besten Kässpatzen,
die ich bis jetzt gegessen habe! Leider hatte es darüber angefangen, in Strömen zu regnen - und es hörte auch erst wieder auf, nachdem wir anderthalb Stunden später in den Bus stiegen... Nichtsdestotrotz war es wie immer eine lohnende Tour in einem Gebiet, das ich sicher noch einmal besuchen werde, denn Gipfel wie die Aiplspitz stehen definitiv noch auf meiner To-Do-Liste!


Freitag, 1. Juni 2012

Pfingst-Berg-Wochenende

Ist schon Ironie des Schicksals, wenn man freitags in der Kühltheke des Supermarktes "Ortler"- und "Ettaler Manndl"-Käse kauft... Und drei Tage später ungeplant auf dem Gipfel des Letztgenannten steht! So wählten wir für
Pfingstmontag aufgrund von Knieproblemen und drohendem Schlechtwetter bis Gewitter eine Tour mit kurzem Zustieg und wenigen Höhenmetern. Von Oberammergau brachte uns die Laberberg Bahn auf 1663m, von wo aus wir innerhalb einer gemütlichen halben Stunde durch den Wald am Einstieg des Miniklettersteigs standen. Die leichte Erreichbarkeit führt leider aber auch dazu, dass der Steig mit vielen und vor allem teilweise extrem unerfahrenen und unsicheren Berggehern bevölkert ist. Wofür man normalerweise keine zehn Minuten braucht, beschäftigte uns fast zwanzig, da wir ständig anhalten, warten oder überholen mussten. Trotzdem hats
Spaß gemacht, und auch das Panorama war toll (von 1633m)! Der Steig an sich ist kurz aber knackig, obwohl er eher wenig ausgesetzt und durchgehend mit Ketten gesichert ist. Für den Abstieg weihte ich sogar mein Klettersteigset ein, da ich mich mit schwerem Rucksack auf dem speckigen Fels doch irgendwie sicherer fühlte. Wohlbehalten unten abgekommen ging es auf gleichem Weg wieder zum Laberberg Gasthaus, wo wir zwei Gleitschirmfliegern
beim Starten zusehen konnten und uns danach um unser leibliches Wohl kümmerten. Der Blick auf die Zugspitze blieb uns leider verwehrt, dafür sind tolle Dunkle-Wolken-Bilder (siehe flickr) entstanden. Außerdem konnten wir - auch wenn es widersprüchlich klingen mag - auf der Terasse des Gasthauses noch einige Zeit die Sonne genießen und das ereignisreiche Wochenende langsam ausklingen lassen.

Zwei Tage zuvor waren wir schon auf dem Gratweg vom Herzogstand (1731m) zum Heimgarten (1790m) unterwegs, was technisch natürlich um Längen einfacher war, dagegen aber ein Panorama der Extraklasse bot: Im Norden das Alpenvorland, im Osten die Benediktenwand und die Tegernseer Berge, im Süden das Karwendelgebirge und im Westen das Ester- und Wettersteingebirge, dazu Blicke auf den Walchen- und Kochelsee.





Blick vom Heimgarten zum Herzogstand