Sonntag, 13. November 2011

Traufgang Felsenmeersteig

Auf Oscars Initiative hin begingen er, sein Freund Pablo, Janina und ich gestern den Felsenmeersteig, einen Premiumwanderweg auf der Schwäbischen Alb. Für die knapp 17km und 723 Höhenmeter brauchten wir ziemlich genau 6 Stunden - wovon die Pausen circa eine Stunde ausmachten. Denn bei zwischenzeitlich (gefühlten) 20 Grad genossen wir nicht nur unsere verdienten Brotzeiten, sondern auch die Sonne, die uns mit ihren wärmenden Strahlen die gesamte Wanderung treu blieb.

Morgens, halb zehn in Deutschland

Dieser Geselle lief (wie seine Kaninchen- und Hühnerfreunde) einfach frei auf dem Hof herum. Anscheinend sind diese Tiere schon sehr an Menschen gewöhnt, die im Sommer sicherlich zu Hauf wandernderweise vorbeischauen. Ein paar Meter weiter entdeckten wir außerdem Pfaue und zwei Lamas!

Die nächste Attraktion: 148-jährige Mammutbäume

Albtrauf nahe der Schalksburg

Wunderschöner Herbstwald

Das "Felsenmeer" war wirklich beeindruckend, leider kommt es auf keinem meiner Bilder so richtig zur Geltung

Siesta!

Eine Wacholderheide auf dem Plateau des Heersbergs (964m) - auch hier war (nach einem Anstieg von Margrethausen auf 702m) noch einmal Sonnetanken angesagt

Dienstag, 18. Oktober 2011

Bergtour auf den Säuling

Letzten Sonntag war es mal wieder soweit: Die nächste Bergtour stand an! Unser Ziel diesmal: der 2047m hohe Säuling an der deutsch-österreichischen Grenze. Wir entschieden uns für den Aufstieg von Pflach über das Säulinghaus, insgesamt etwa 1150 zu bewältigende Höhenmeter.

Bis zum Säulinghaus auf 1720m ging es größtenteils durch Wald, jedoch nie wirklich langweilig. An der Hütte angekommen ließen wir es uns bei Sonnenschein und Kaffee beziehungsweise Kartoffel-Kohlrabi-Suppe mit Würstchen gutgehen. Nach etwa einer Stunde setzten wir unseren Weg fort, und ich merkte sehr schnell, dass es an der Zeit war, die Stöcke einzupacken: Der Weg wurde steiler und felsiger, sodass man auch mal mit der Hand zupacken musste. An den kritischen Stellen waren jedoch Ketten und Stahlseile angebracht, außerdem war der Weg nie wirklich ausgesetzt. Trotzdem sind die Schlüsselstelle(n) laut verschiedener Angaben im Internet Kletterstellen des I. Grades. Relativ schnell erreicht man über diesen Steig dann die Gamswiese, einen Sattel unterhalb des Gipfels. Während man bis hierhin immer das Lechtal und die Allgäuer/Lechtaler Alpen im Rücken hat, öffnet sich dort der Blick gen Norden ins Alpenvorland und auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, die von oben betrachtet unglaublich winzig erscheinen. In Serpentinen schlängelt sich dann der Weg hinauf auf den (vermeintlichen) Gipfel inklusive Gipfelkreuz, wo sich bereits viele Leute niedergelassen hatten und bei schönstem Wetter die Aussicht und die verdiente Brotzeit genossen. Auch wir verbrachten sicherlich eine weitere volle Stunde an diesem herrlichen Ort. Nur schwer konnten wir uns losreißen, doch wir wollten ja noch auf den wirklichen Gipfel, den man über einen ausgesetzten, aber kurzen Grat erreicht. Ich hatte vorher im Internet gelesen, dass dieser Punkt noch einige Meter höher ist als der Platz mit dem Kreuz, zudem lohnt sich der Gang dorthin sehr, da man eine wiederum andere Fern- und Tiefsicht hat. Nach einigen Fotos machten wir uns schließlich an den Abstieg, der auf der gleichen Route wie der Aufstieg erfolgte.

Am Säulinghaus
Beim Aufstieg
Weiter aufwärts, immer der Kette folgend
Gipfelglück
Auf dem Weg zum richtigen Gipfel
Lustiger Plausch am höchsten Punkt des Säuling
Abstieg zur Gamswiese (das Weiße über meinem Kopf ist übrigens Schnee)
Und weiter hinunter, im Hintergrund das Säulinghaus
Die Schlüsselstelle
Noch mehr Impressionen gibts hier!

Mittwoch, 21. September 2011

Nagelfluh-Gratwanderung

Samstag Morgen traf ich mich mit meiner Kollegin Diana, ihrem Mann Eike und dem Freund einer Kollegin, Oscar, am Plochinger Bahnhof - um 6:30 Uhr. Da die Straßen relativ frei waren, brauchten wir nur knapp zwei Stunden bis Immenstadt, wo wir das Auto abstellten und mit der Mittagbahn auf den ersten Gipfel unserer Tour, den Mittag (1451m), fuhren. Nach ein paar Fotos ging es zum nicht weit entfernten Bärenköpfle (1463m), wo wir ein wenig verwirrt vom nicht am höchsten Punkt angebrachten Gipfelkreuz weiter nach dem eigentlichen Gipfel und dem Grat suchten, dem wir ja im Zuge unserer Wanderung folgen sollten. So "vertrödelten" wir ein wenig Zeit, konnten gegen 10:30 Uhr dann aber den nächsten Gipfel erkennen: den Steineberg (1683m), auf den eine 17m hohe Leiter führt. Dies ist die Schlusspartie des kleinen Klettersteiges, der leider aufgrund eines Erdrutsches nicht begehbar war. Nach kurzem Zögern entschlossen wir uns gegen die ebenso mögliche Umgehung der Leiter und für ein kleines bisschen Abenteuer. Da die Leiter nicht senkrecht steht, sondern sich praktisch an den Berg anleht, war das Ganze allerdings harmloser als wir gedacht hätten. Weiter ging es dann über zum Teil mit Stahlseilen gesicherten "Kletter"-Passagen zum Stuiben (1749m), den wir gegen 12:20 Uhr erreichten. Dort gönnten wir uns auch die erste ausgedehnte Gipfelrast. Den Sedererstuiben (1737m) nahmen wir sozusagen im Vorbeigehen mit, Buralpkopf (1772m) und Gündleskopf (1748m) folgten nach einigen Kilometern sehr schöner und zum Teil recht luftiger Gratwanderung. Nach einer kleinen Pause ging es um kurz nach 14 Uhr weiter, zur über 200Hm tiefer liegenden Gündlesscharte, wo das härteste Stück Arbeit beginnt: der etwa 300Hm starke, gerade im letzten Drittel sehr steile Aufstieg zum Rindalphorn (1822m). Glücklicherweise stand uns danach nur noch ein Gipfel bevor, den wir zunächst in nicht weiter Ferne vermuteten. Mir kamen jedoch gleich Zweifel auf, dass der von oben sichtbare Einschnitt zwischen den beiden Bergen wie in der Wanderbeschreibung angekündigt wirklich 200Hm unter uns lag. Und so stellte sich heraus, dass es sich bei dem vermeintlichen Gipfel lediglich um einen Nebengipfel des Rindalphorns handelte - von wo aus wir dann das endgültig letzte Stück Weg sehen konnten: 200Hm bergab in die Brunnenauscharte und wieder 200Hm bergauf zum Hochgrat (1834m), den wir um kurz nach halb fünf erreichten. Lange hielten wir uns hier jedoch nicht auf, da mittlerweile dunkle Wolken aufgezogen waren. Nach knapp 30 Minuten Abstieg kamen wir dann müde und hungrig am Staufner Haus (1634m) an, unserer Herberge für die Nacht. Wir bezogen unser gemütliches Vierer-Zimmer und genossen das überaus leckere Abendessen (Allgäuer Kässpatzen mit Bergkäse und Röstzwiebeln) im gut gefüllten Speiseraum, während wir das zunehmend schlechter werdende Wetter beobachteten. Die Entscheidung, ob wir noch das restliche Stück der Nagelfluhkette erwandern wollten, verschoben wir auf den nächsten Morgen.

Die Nacht war für mich sehr kurz, aber nach einem tollen Frühstück mit schwarzem, starken Kaffee fühlte ich mich wieder einigermaßen fit. Da das Wetter allerdings zu wünschen übrig ließ, entschieden wir uns für den Abstieg. Welchen wir dann auch zu Fuß bewältigen mussten, da die Hochgratbahn aufgrund von Regen und Wind nicht fahren konnte. An der Talstation angekommen, mussten wir leider feststellen, dass wir eine Stunde auf den nächsten Bus hätten warten müssen, weswegen wir beschlossen, die Stunde nach Steibis zu Fuß zu laufen. Da die Strecke mit der Busstrecke übereinstimmte (und damit nicht sehr schön zu gehen war), liefen wir jedoch nur die Hälfte des Weges und wollten an einer der Haltestellen auf den Bus warten. Wir stellten uns auf einer Terrasse unter, von der wir vom Besitzer des Hauses sehr barsch vertrieben wurden. Also auf zur nächsten Haltestelle! Dort warteten wir dann noch etwa 15 Minuten auf den Bus, der uns schließlich nach Oberstaufen fuhr. Vor Abfahrt unseres Zuges nach Immenstadt hatten wir glücklicherweise noch Zeit, uns einen "Coffee to go" zu holen. Der tat gut, denn mittlerweile waren der Regen und die Kälte selbst durch meine gute (und eigentlich wasserdichte) Jacke und in meine Schuhe gekrochen. Knapp drei Stunden nach unserem Aufbruch am Staufner Haus gelangten wir dann schlussendlich am Auto an.

Fazit: Die Nagelfluh-Gratwanderung ist eine anstrengende, aber wirklich interessante und abwechslungsreiche Tour, die wir gerne bis zum Ende gegangen wären! Wir haben irgendwas zwischen 1400 und 1500 Höhenmeter im Aufstieg und mindestens ebenso viel im Abstieg bewältigt. Wir haben wunderschöne Ausblicke ins Allgäu und in die Alpen genießen können. Wir haben gegen Regen und Wind gekämpft. Und ich habe das erste Mal auf einer Hütte übernachtet. Es war einfach toll!!

P.S.: Die Bilder (außer das vom Essen und das erste im Regen) sind von Diana, hier geht es zu den von mir geschossenen Favoriten.